Unbedingt gesellig bleiben

Peter Beinhauer, 81 Jahre alt, aus Bremen, hat als Tanzsporttrainer gearbeitet. Er war selbst im Tanzsport aktiv, ist Deutscher Meister und Weltmeister geworden. Hörgeräte hat er schon über 20 Jahre. Seit wenigen Wochen trägt er das Oticon OpnS 1, angepasst von Michael Megerle in der Sternklinik. Zur Ergänzung hat er sich außerdem den TV Adapter 3.0 gekauft.

Herr Beinhauer, mögen Sie ein bisschen was über sich erzählen.

Ich habe lange als Tanzsporttrainer gearbeitet. Mit 75 Jahren habe ich offiziell Schluss gemacht, obwohl es auch heute noch Paare gibt, die mein Wissen nutzen. Es war ein sehr arbeitsintensiver Job. Ich habe teilweise sieben Tage die Woche gearbeitet. Bin viel unterwegs gewesen, habe viel außerhalb gearbeitet, saß viel im Flugzeug, viel im Zug. Das war ein sehr ereignisreiches Leben.

In diesem Beruf hat man natürlich mit Musik zu tun: Haben Sie dabei gemerkt, dass Sie schlechter hören?

Die Musik zu hören, ist kein Problem. Das Verstehen anderer Menschen ist das Hauptproblem. Mit Ende 50 fing das an. Ich habe das gar nicht mal so sehr gemerkt, aber die anderen haben das gemerkt.Weil ich so oft nachgefragt habe. Im Saal habe ich dagegen eigentlich kaum meine Hörgeräte benutzt.

Das Sprachverstehen ist also das entscheidende Thema bei Ihnen?

Ja. Ich habe das Gefühl, als ob sich die Silben bei meinem Gegenüber immer mehr zusammen ziehen. Das ist keine Trennschärfe mehr. Ich verstehe es dann einfach nicht.

Und Hörgeräte konnten das ausgleichen?

Das Sprachverstehen im Gespräch schon. Das, was trotzdem immer sehr problematisch war, ist das Fernsehen. Wenn ich einen Film angeguckt habe, konnte ich das vergessen. Da musste ich mir immer die Hälfte denken. Das war schon sehr unangenehm.
Mit den Hörgeräten und dem Zusatzgerät ist es das erste Mal, dass ich einen Film vernünftig zu Ende gucken kann. Es ist nicht so, dass ich mich jetzt jeden Abend stundenlang vor die Glotze setze. Aber es gibt ja schon ab und an einen Film, den man sehen möchte. Und das ist schon ganz angenehm, dass ich nicht mehr raten muss.

Wann sind Sie bei KEIBEL Hörgeräte gelandet?

Vor 13 Jahren.

Sie hatten also schon vorher Hörgeräte. Waren Sie da unzufrieden oder wie kam der Wechsel zustande?

Der Wechsel kam zustande, weil der Anbieter vorher mir unbedingt eine bestimmte Firma verkaufen wollte. Ich habe keine Lust, mir etwas aufs Auge drücken zu lassen. Und da habe ich eine Empfehlung bekommen, dass ich bei Keibel gut aufgehoben wäre.

Fühlen Sie sich gut aufgehoben?

Ja. Sonst wäre ich nicht geblieben.

Würden Sie sagen, die Hörgeräte haben Ihr Leben bereichert?

Für mich ist ein wesentlicher Punkt, dass ich mich nicht ausgrenze. Leute, die nicht gut hören, schalten einfach ab. Ich hatte immer mit enorm vielen Menschen zu tun, hatte viele Lehrgänge, habe Vorträge vor hunderten Leuten gehalten. Da war es am Anfang schon so – auch mit den ersten Hörgeräten – dass ich mich zurückgezogen habe. Vor allem, wenn man abends in Gesellschaft ein kleines Bier getrunken hat, hat man sich irgendwann verabschiedet, weil man dem Gespräch nicht mehr folgen konnte. Das ist eine große Einschränkung.
Ich hasse es, wenn ich in der Gesellschaft bin und ich kann mich nicht beteiligen, weil ich das nicht mitkriege. Das wäre für mich ganz furchtbar.
Man verabschiedet sich und irgendwann verschwindet man dann auch, weil man eigentlich ein Störfaktor ist. Damit könnte ich mich nicht abfinden.